#MeetAndGreet: Goedle.io

#MeetAndGreet: Goedle.io

In der Rubrik #MeetAndGreet stellen wir Euch das Herz des Solution Space vor – unsere Bewohner! Dieses Mal haben sich Fabian Hadiji und Marc Müller von goedle.io Zeit für ein Interview genommen.

Wer sind goedle.io?

Solution Space: Hallo, goedle.io! Ihr seid schon seit einiger Zeit Bewohner im Solution Space, begleitet uns also schon ein Weilchen auf unserer Mission. Fangen wir doch damit an, wer ihr seid und wie ihr zusammen gefunden habt?

Fabian: Ja, also wir sind eigentlich ehemalige Fraunhofer Kollegen. goedle.io gibt es jetzt schon seit mehr als zwei Jahren. Wir haben 2014 mit der Idee angefangen, dass wir im Bereich Machine Learning ein Unternehmen gründen wollten und waren ursprünglich drei Gründer.

2014 haben wir uns dann zusammengesetzt und gesagt, wir wollen zusammen einen EXIST Antrag schreiben.

EXIST

Damals war ich schon nicht mehr am Fraunhofer Institut, aber ich kannte Marc und Tim, unseren dritten Mitgründer, noch von dort. Wir haben uns kennengelernt, als Marc und Tim ihre Abschlussarbeiten geschrieben und ich dort promoviert habe.

EXIST fördert ja bis zu drei Leute und wir waren damals alle an dem Punkt, an dem wir mit Studium oder Promotion fertig wurden und danach was eigenes machen wollten.

Ende 2014 haben wir den Antrag dann eingereicht, am 01. April das Okay bekommen und am 01. Juni dann gemeinsam angefangen.

Die Gründung

Solution Space: Also konntet ihr Euch dem auch von Anfang an Vollzeit widmen?

Fabian: Genau, EXIST ist vom BMWi und ESF (Europäische Sozialfonds). Die zahlen ein Stipendium für bis zu drei Leute für 12 Monate plus 30.000€ Sachmittel, so dass man sich der ganzen Sache Vollzeit widmen kann. Die Firma darf zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht existieren, also gründet man dann meistens während des Stipendiums.

So haben wir dann gestartet und hatten in unserem ersten Jahr das Stipendium. Rückblickend bewahrheiten sich dann einige Dinge, vor denen man vorher gewarnt wurde (lacht). Also wenn man weiß, man hat jetzt erstmal ein Jahr lang Geld, kommt noch frisch aus der Uni, mit Drang zur Forschung, dann probiert man erstmal einiges aus und braucht eine gewisse Entwicklungsphase, bis man sich den ganzen Business Fragen wirklich widmet.

Irgendwann haben wir angefangen, Fundraising zu machen, wollten gerne eine erste Seed-Runde abschließen. Dann war es aber so, dass sich Tim aus privaten Gründen kurz vor Ende der EXIST Zeit entschieden hat, dass er mit dem Startup nicht weiter machen möchte.

Techstars Accelerator – Auf nach Berlin!

Das war für uns nicht die beste Situation, um weiter Fundraising zu machen, woraufhin wir uns entschieden haben, uns für den Techstars Accelerator in Berlin zu bewerben.

Das hat dann auch geklappt, im letzten Juni haben wir dann das Techstars Investment bekommen und dann den Sommer über das Accelerator Programm in Berlin mitgemacht.

Das ist auch eigentlich ein ganz guter Übergang dazu, wie wir in den Space gekommen sind!

Denn wir hatten bis Juni 2016 unser Büro in einem Hochbunker ist Sülz, was aber nicht immer so optimal war und haben dann deshalb dort gekündigt. Anschließend hatten wir für einen Monat ein Stipendium im Startplatz, haben dann das Okay für Berlin bekommen und sind dann erstmal nach Berlin.

Zurück nach Köln – In den Solution Space!

Als wir dort mit dem Accelerator Programm fertig waren, wollten wir wieder zurück nach Köln und wussten aber, dass wir nicht zurück in den Hochbunker wollen, aber auch nicht in einen Open Space, weil uns das zu laut war.

Wir haben uns die verschiedenen Coworking Spaces in Köln angeschaut und sind so hier in den Space gekommen!

Und was macht goedle.io?

Solution Space: Jetzt wissen ja schon, dass ihr einige Stipendien bekommen habt und sind natürlich neugierig, wofür! Was also macht ihr genau bei goedle.io?

Marc: Also Fabian hat damals als Data Scientist bei einer Analytics Schmiede für Spiele gearbeitet – GameAnalytics – und daraus ist dann die ursprüngliche Frage entstanden, was kann man über klassische Analytics hinaus machen, was gibt es für Möglichkeiten insbesondere vor unserem Hintergrund KI (Künstliche Intelligenz)?

Wo kann eine Maschine helfen, bessere Auswertungen zu machen, oder etwa wo kann eine Maschine im Marketing helfen, Marketingspezialisten zu unterstützen – was kann eine Maschine, was der Mensch nicht kann?

Wir beschäftigen uns also damit, dass wir versuchen, algorithmisch neue Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen, die das Marketing für den Marketer vereinfachen, indem die Maschine einen Teil davon übernimmt.

Automatisierung im Marketing

Also beispielsweise E-Mail-Automatisierung, oder die Vereinfachung von Onboarding. Dazu gibt es einen Blogartikel von uns. Da geht es z.B. darum, dass man automatische Segmente findet, wie sich Nutzer verhalten und die Maschine dann dafür sorgt, dass der Nutzer personalisierte Nachrichten erhält. So dass man sich selbst keinen Reminder mehr setzen muss und jeder Nutzer individuell behandelt wird.

Es geht also darum, dass man die komplette Verwertungskette (Datenerhebung, Datenanalyse, Gewinnung von Erkenntnissen, etc.) vereinheitlicht und automatisiert. Statt der manuellen Erstellung von Regeln, lernt nun die Maschine ein Modell für die Daten. Dieses kann anschließend für das Marketing genutzt werden.

Fabian: Der Markt sieht bisher noch hauptsächlich so aus, dass die Leute Analytics benutzen, etwa Google Analytics, und dann selbst ihre Daten versuchen auszuwerten und bestimmte weitere Schritte einzuleiten – das wollen wir eben automatisieren.

Die Herausforderung ist, genau die richtige Schnittstelle anzubieten, die nicht zu technisch ist und auf der anderen Seite einen Mehrwert hat.

Solution Space: Also ist Euer Produkt für den Kunden ähnlich einem Analytics Tool, dass ich implementiere, meine Daten einspeise und auf bestimmte Fragestellungen, die für mich relevant sind bekomme ich dann eine Auswertung und kann weitere Schritte definieren?

Fabian: Nicht ganz, also klassische Analytics ist ja eher deskriptiv.

Wir kümmern uns eher darum, wenn Du erstmal Nutzer oder Kunden hast. Wie geht es mit denen weiter? Was werden diese Nutzer in den kommenden Tagen machen? Welche Nutzer werden von sich aus zurückkommen und welche nicht?

Manche Branchen, wie etwa die Gaming Branche, sind schon recht weit damit, das Nutzerverhalten vorherzusagen und mit den Ergebnissen zu arbeiten. Wir bieten das sozusagen als Service an.

Gründung statt Festanstellung – Gute Entscheidung?

Solution Space: Eine letzte – für viele GründerInnen wahrscheinlich die wichtigste – Frage: Vor dem Hintergrund Eurer bisherigen Erfahrung, würdet ihr es wieder machen? Würdet ihr nach wie vor sagen, dass es eine super Entscheidung war, Euch selbstständig zu machen?

Marc: Also wir haben auf unserem bisherigen Weg schon einige Aufs und Abs gemeinsam durchlitten und kommen immer noch morgens gerne in´s Büro. Man würde am Ende nicht so viel Zeit reinstecken, wenn es einem nicht auch so viel Spaß machen würde. Wenn man auf der einen Seite vielleicht auf Dinge verzichtet, zieht man auf der anderen Seite aber auch enorm viel Energie raus.

Man kann es sich so vorstellen: Es kommen über die Woche eine schlechte Nachricht nach der nächsten, dann kommt eine gute Nachricht und gibt einem sofort genug Energie und Motivation, dass man weiter gerne in´s Büro kommt. Das ist das, was das ganze ausmacht und dafür sorgt, dass man gerne weiter macht.

Und wir sind nicht zuletzt auch ein sehr gut eingespieltes Team, das gut zusammenpasst und arbeitet. Und wir schlafen auf Dienstreisen auch immer noch in einem Zimmer (lacht) – die wichtigste Voraussetzung, dass es menschlich im Team stimmt, ist also eindeutig gegeben und wir arbeiten nach wie vor am selben Ziel!

Solution Space: Das ist doch ein wunderbares Schlusswort und klingt danach, dass ihr Euch mit der Gründung von goedle.io eindeutig richtig entschieden habt! Vielen Dank für Eure Zeit und die netten Einblicke.

 

 

 

 

 

 

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