#MeetAndGreet: Morgengold

#MeetAndGreet: Morgengold

In der Rubrik #MeetAndGreet stellen wir Euch das Herz des Solution Space vor – unsere Bewohner! Dieses Mal haben sich Morgengold Zeit für ein Interview genommen.

Morgengold machen Service Design aus dem Herzen von Köln. Welchen besseren Ort könnte es also für unser Interview geben, als das Dach des Solution Space mit Blick auf den Dom.

Lara: Hallo, ihr zwei! Fangen wir doch einfach direkt mit der ersten Frage an, nämlich wer ihr seid und wie ihr zusammen gefunden habt.

Laura: Wir sind Jennifer und Laura!

Jennifer: Wir kennen uns seit dem Studium. Wir haben damals das erste Projekt zusammen gemacht und dann auch direkt zusammen gefunden, hatten die gleichen Interessen, haben direkt gemeinsam im Projekt gearbeitet und darüber ist eine Freundschaft entstanden, die dann irgendwann in einer Zusammenarbeit gemündet ist.

In unserem letzten Job haben wir dann fast drei Jahre zusammen als Kollegen gearbeitet und haben jetzt Morgengold gegründet – eine Service Design Agentur.

Service Design – was ist das eigentlich?

Lara: Schön! Und was genau ist Morgengold – was macht ihr als Service Design Agentur?

Laura: Ja, was ist Service Design – also wir arbeiten sozusagen im Innovationsbereich. Service Design wird genutzt, um Projekte aus der Kundenperspektive zu bearbeiten. Das heißt, die Kunden kommen zu uns mit einer Problemstellung, mit einer Fragestellung und wir gehen dann erstmal in den Recherche Prozess.

Das bedeutet, dass wir den Dienstleistungsprozess analysieren und gucken, welche Menschen an dem Prozess beteiligt sind. Mit denen arbeiten wir dann auch direkt und versuchen zu verstehen, welche Bedürfnisse und Probleme sie haben. Wir versuchen die Menschen wirklich kennenzulernen und dann daraus mit ihnen gemeinsam die Ideen im Nachhinein zu kreieren.

Lara: Ihr habt an der KISD studiert. Ich habe im Vorfeld ein bisschen gegoogelt. Ist es richtig, dass Service Design hier an der KISD sozusagen mit-entwickelt wurde?

Jennifer: Ja, wir haben dort studiert und genau, die Disziplin wird seit 22 Jahren von Professorin Birgit Mager an der KISD gelehrt und vorangetrieben, bei ihr haben wir nach dem Studium im Institut für Service Design Research (sedes|research) gearbeitet. Während des Studiums haben wir recht viele Projekte im Lehrgebiet Service Design gemacht und schnell gemerkt, dass das etwas ist, was wir gerne tun und nach dem Studium weiter verfolgen möchten.

Wie sehen Projekte von Morgengold aus?

Lara: Habt ihr ein Projektbeispiel, anhand dessen man eine Idee von Eurer Arbeit bekommt?

Jennifer: Ein schönes Projekt, bei dem wir unheimlich viel gelernt haben und auch viel erreichen konnten, war in einem Pflegeheim. Wir haben da für einen Dienstleister gearbeitet, der in diesem Pflegeheim für den Service der Reinigungs-, Wäsche-und Speiseversorgung zuständig ist.

Es ging darum, diese Prozesse zu analysieren und zu schauen, was kann man verbessern, wie kann man effizienter sein, wie ist die Qualifikation der Personen und auch die Rollenaufteilung.

Wir als Service Designer gehen dann wirklich in den Prozess mit rein – wir arbeiten nicht nur für die Endkunden, sondern wir machen auch Projekte mit Mitarbeitern.

Das heißt, wir sind mit den Reinigungskräften reinigen gegangen und haben uns so eine 4-5 Stunden Schicht auch angeguckt und mitgearbeitet. Während dessen haben wir Interviews geführt und von den Reinigungskräften und dessen Arbeitsalltag gelernt.

Mit diesen ganzen Insights, die wir so generieren, gehen wir dann zusammen mit den unterschiedlichen Akteuren die beteiligt sind – also mit dem Auftraggeber, mit dem Vorstand des Pflegeheims, aber auch mit der Reinigungskraft – in sogenannte Co-Creation Workshops und entwickeln gemeinsam Ideen.

Wir finden es wichtig, dass die Perspektive der unterschiedlichen Akteure mit einbezogen und das Wissen gebündelt wird.

Laura: Wir bilden bei solchen Workshops kleinere Teams und nehmen die Leute mit rein, die in den jeweiligen Bereichen Experten sind, gerne also nicht nur den Vorstand. Wenn es also um Reinigung geht, holen wir auch die Reinigungskraft mit in den Workshop.

Das ist für sie zum einen eine große Wertschätzung und zum andern führt es hinterher auch zu einer viel größeren Akzeptanz, wenn es darum geht, später neue Lösungen im Arbeitsalltag zu integrieren und implementieren.

Im Testing wollen wir unsere – manchmal schwer greifbaren – Service-Lösungen dann durch Prototypen sichtbar machen und dann direkt testen, wie diese in der Handhabung funktionieren.

Unser Ziel ist es, Lösungen und Ideen zu entwickeln, durch die die Leute hinterher einen wirklichen Mehrwert verspüren.

Gründen mit Freunden – Top oder Flop?

Lara: Ihr habt im Vorgespräch erwähnt, dass ihr immer wieder den Tipp bekommen habt, auf keinen Fall mit Freunden zu gründen. Ihr habt es trotzdem gemacht, wie ist Eure Erfahrung?

Jennifer: Wir wollen gerne das Gegenteil beweisen! (lacht) Also im Moment läuft es ganz gut, wir hatten natürlich eine gute Vorlaufphase durch unsere gemeinsame Arbeit. Da konnten wir schon austesten, wie das Zusammenspiel in schwierigen Situationen ist, in Stress Situationen, also wie gehen wir mit Streitigkeiten um und wie können wir uns gegenseitig bereichern und motivieren, wie funktioniert die Zusammenarbeit.

Da haben wir gesehen, dass das einfach passt und die Freundschaft eher noch eine Stütze dafür ist, weil man sich blind auf den anderen verlassen kann und das finde ich super wichtig.

Laura: Ich glaube auch, dass man über die Zusammenarbeit die Freundschaft nicht vergessen darf. Wir gehen zum Beispiel trotzdem noch zusammen aus oder treffen uns in unserer Freizeit auf einen Kaffee – dann gib´s andere Themen zu besprechen.

Auf der Arbeit ist es eben Arbeit, klar kann man da auch mal besprechen was bei einem so los ist, aber man muss sich auch konzentrieren können. Wir haben auch Erfahrungen mit anderen Freunden gemacht und gemerkt, dass es nicht mit jedem funktioniert, aber bei uns funktioniert´s.

Lara: Ihr würdet es jederzeit wieder machen, entnehme ich dem? Also generell die Selbstständigkeit aus der Festanstellung heraus, nicht nur als Freundinnen?

Laura: Auf jeden Fall! Es macht total viel Spaß, die Selbstständigkeit ist wirklich was ganz anderes als festangestellt irgendwo zu arbeiten.

Jennifer: Ja, eine ganz andere Motivation!

Selber Kunden akquirieren, eigene Projekte machen und begleiten und Anerkennung für die eigene Arbeit zu bekommen. Das ist schon ein unheimlicher Motivationspunkt. 

Die Reise zum Solution Space

Lara: Das klingt richtig gut! Dann kommen wir auch schon zu unserer letzten Frage, nämlich: wie seid ihr in den Space gekommen?

Jennifer: Also wir haben uns viele Räume angeguckt und sind dann aus verschiedenen Gründen hier im Solution Space hängen geblieben.

Laura: Zum einen gibt es gar nicht so viele Service Designer und unser Claim ist ja „Wir machen Service Design aus dem Herzen von Köln“ –  was passt da besser, als direkt am Dom zu sein!

Zum anderen hat uns der Solution Space direkt angesprochen – Stefanie Weidner ist ja auch Service Designerin, ursprünglich kommt sie auch von der KISD. Daher haben wir sie direkt angeschrieben und dann ging das alles ganz fix.

Jennifer: Auch dieser Bewohner-Gedanke, diese große „Familie“ hat uns gefallen. Wir hoffen, dass da in Zukunft auch noch viel Austausch stattfinden wird und wir uns gegenseitig alle bereichern können.

Lara: Das ist doch ein super Schlusswort! Vielen Dank für das nette Interview und Eure Zeit und natürlich weiterhin viel Erfolg mit Morgengold!

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