Startup Grind Cologne #9 mit Hitmeister

Startup Grind Cologne #9 mit Gerald Schönbucher von Hitmeister

Zum neunten Mal lud der Startup Grind Cologne am gestrigen Abend zum Fireside Chat mit Häppchen. Im Gespräch mit Gerald Schönbucher drehte sich alles um Do´s und Dont´s im E-Commerce.

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Gerald ist in der Gründerszene bereits ein alter Hase, 2005 gründete er zum ersten Mal. Damals steckte er in seiner Promotion am Lehrstuhl für Unternehmertum der Otto Beisheim School of Management und lernte dort seine zwei Mitgründer Jan Miczaika und André Alpar kennen.

Gegründet haben die drei damals Hitflip, eine online Tauschbörse für gebrauchte DVDs. Die Idee kam gut an und das Business wuchs schnell, war durch die Beschränkung auf DVDs allerdings limitiert.

Nach einer geographischen Expansion in die Schweiz und Niederlande, expandierte auch das Geschäftsmodell und erweiterte die Börse auf Bücher, Spiele und CDs.

2007 kam es dann zum Pivot und aus Hitflip wurde Hitmeister, ein online Marktplatz im größeren Stil.

Erste Investoren

Wie kamen die drei Jungs an ihre ersten Investoren? Damals schien das noch etwas einfacher, als heute. Gerald machte sein erstes Praktikum damals bei Jamba! und kannte den späteren Rocket Internet Mitgründer und Chef Oliver Samwer aus seiner Zeit dort.

Ihm pitchte er das Konzept und bekam daraufhin eine erste Finanzierung.

Aus Hitflip konnte das Team auch bereits gute Lehren ziehen, um einen Strategiewechsel anzugehen:

Die Lehren aus Hitflip waren: Wir haben gelernt, wie man Online Marketing macht und wie man einen zweiseitigen Marktplatz aufbaut.

Was hat sich verändert?

Von 2007 bis 2016, als Hitmeister an die Supermarktkette Real verkauft wurde, hat sich natürlich einiges verändert. Unter anderem ist Hitmeister stärker auf Hersteller direkt zugegangen, statt wie bisher hauptsächlich über Händler zu gehen.

Durch den Direktverkauf ist Hitmeister für einige Produkte also selbst zum Händler geworden und ist dadurch in Wettbewerb zu ihren anderen Händlern getreten.

Hat das immer direkten Einfluß auf die Marge?

Vereinzelt. Man muss immer gucken. Je nachdem, in welchen Kategorien man sich das anschaut, hast Du Händler, die riesengroß sind und nochmal ganz andere Einkaufsmacht gegenüber den Herstellern haben. Da haben wir teilweise mit unserer Provision im Marketplace mehr verdient, als mit unserer Handelsspanne im Direktverkauf.

Der Ansatz bei der Zusammenarbeit mit Händlern bei Hitmeister war auf jeden Fall ein guter Deal:

Von Anfang an war der Pitch: Der Händler zahlt nur dann, wenn er tatsächlich was verkauft und wir machen keine lang laufenden Verträge. Also er kann jederzeit raus, wenn er denkt die Zusammenarbeit kostet ihn mehr, als was sie ihm bringt.

All you need is a rockstar team

Diese Herausforderung kennt jedes Startup. Man muss in relativ kurzer Zeit ein gutes Team aufstellen, das hochmotiviert und flexibel arbeitet und die richtige Unternehmenskultur entwickeln.

Das betraf natürlich auch Hitmeister, besonders mit dem schnellen Wachstum des Unternehmens. Zum Zeitpunkt des Verkaufs hatten sie bereits knapp 80 Mitarbeiter, jetzt mit Real Digital sind es über 200.

Die Frage an Gerald Schönbucher, die natürlich alle brennend interessiert: Wie geht man das richtig an?

Das ist natürlich eine der größten Herausforderungen, gerade aktuell. Gerade im Entwicklungsbereich, im Marketing, aber auch in anderen Bereichen stehen wir natürlich in Konkurrenz zu anderen spannenden Unternehmen. Was am Ende entscheidend ist, ist dass Du die richtige Unternehmenskultur hast. (…) Du musst gute Kernwerte mit den Mitarbeitern gemeinsam entwickeln, die für die Firma entscheidend sind. Auf der Basis findet man besser auch neue Leute, die zu diesen Werten und Leitlinien passen.

Und wie findet man dann richtig gute Leute, die zum Unternehmen passen?

Also ich achte auf drei Dinge: 1. Ist jemand passionate? Ist er leidenschaftlich für etwas? Das muss nicht immer die konkrete Aufgabe sein, das kann auch durchaus etwas im privaten Bereich sein. 2. Die intellektuelle Fähigkeit. Am Ende ist mir nicht so wichtig, ob jemand konkrete Erfahrungen in einem bestimmten Bereich hat, sondern ich mache dann eher ein Potenzial-Hire. 3. Ist jemand fit mit unserem Wertegerüst? 

Verkauf an Real

Mittlerweile ist Hitmeister an Real verkauft worden und auch die URL ist auf www.real.de umgezogen. Die Mitarbeiter wurden komplett mitgenommen und Gerald ist weiterhin Geschäftsführer.

Wie kam es zu dem Zusammenschluß?

Wir haben uns erstmals im Mai 2015 unterhalten. Das war eher ein zufälliges Aufeinandertreffen. Ich habe bei „Campus for Marketing“ an meiner alten Uni einen Vortrag gehalten und mein Vorredner war der Einkaufs-Chef Non Food von Real. Anschließend habe ich ihn beim Kaffee angesprochen und gesagt „wir haben doch eigentlich beide das gleiche Problem, wir kämpfen beide gegen das große A. Ihr habt eine bekannte Marke und viel Geld und wir wissen im Detail wie es geht, haben den Marktplatz Ansatz, haben überschaubar viel Geld und eine nicht bekannte Marke. Lass uns das doch mal zusammen bringen.

Simple Idee, die offenbar aufgegangen ist. Die Marke ist mittlerweile übergegangen zu Real – real.digital.

Das waren auf jeden Fall interessante Einblicke in eine spannende Gründungsgeschichte und wir freuen uns bereits auf den nächsten Startup Grind Cologne!

Wenn ihr jetzt mehr wissen wollt, könnt ihr den kompletten Talk auf unserer Facebook Fanpage nochmal schauen!

 

 

 

 

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