Generationengespräch über die Wirksamkeit von Netzwerken – Der zweite BÄM! Talk im Space

Ein Generationengespräch über die Wirksamkeit von Netzwerken – Der zweite BÄM! Talk im Solution Space

Das Café war gestern Abend bis auf den letzten Platz gefüllt – geladen hatten And She Was Like: BÄM! Wer im letzten Jahr bereits beim ersten BÄM! Talk war, kennt die Initiative bereits.

And She Was Like: BÄM! ist eine Initiative junger Frauen aus Kunst und Design in Köln. Wir wollen die gegenseitige Unterstützung unter jungen Frauen stärken, ihre diversen Fähigkeiten sichtbar machen, den gegenseitigen, Generationen übergreifenden Austausch fördern und dadurch gemeinsam Großartiges schaffen.

Gestern Abend gab es also den zweiten Talk der Ladies und diesmal sollte es ein Generationengespräch sein. Zum Gespräch geladen waren Tina Groll, Journalistin und Ressorleiterin Karriere bei ZEIT Online und Marlies Hesse, Pionierin in Sachen Gleichberechtigung von Frauen im Journalismus und Geschäftsführerin beim Journalistinnenbund.

Thema des Abends waren Netzwerke und ihre Wirksamkeit und so wurde es ein doch recht persönlicher Abend, da beide viel aus ihrem Erfahrungsschatz und ihrem persönlichen Umgang mit Netzwerken berichtet haben.

Ich habe im Laufe meiner Karriere oft Erfolge externen Faktoren zugeschrieben, wie Unterstützern oder Mentoren. Nicht aber mir selbst.

Erzählt Tina Groll und beschreibt diese Perspektive auf die eigene Karriere und eigene Erfolge als „typisch weiblich“. Auch die Scham davor, Kontakte durch Netzwerke aufzubauen und davon gegebenenfalls zu profitieren, beschreiben beide Frauen als eine typisch weibliche Haltung im Gegensatz zur Selbstverständlichkeit, mit der Männer ihre Bünde, Clubs und Netzwerke betrieben.

Sie sei im Laufe der Jahre auch in einigen Männer-Netzwerken aktiv gewesen, so etwa im Netzwerk Recherche, erzählt Groll, rückwirkend betrachtet seien Frauennetzwerke jedoch für sie sehr viel wichtiger und auch wirkungsvoller gewesen.

Und wie steht sie zu Frauenförderungsprogrammen in Unternehmen?

Es gibt natürlich viel „Pinkwashing“. Studien zeigen, dass Frauenförderungsprogramme in Unternehmen nichts bringen. Frauen hängen in der Förderschleife fest, während die Männer weiter Karriere machen.

Um wirklich wirksam zu sein, bedarf es nach Marlies Hesse einem ganz zentralen Punkt bei Netzwerken: sie müssen vom Geben und Nehmen leben. Weiter meint Hesse, dass auch besonders Mehr-Generationen-Netzwerke hilfreich seien, in denen junge Frauen vom Erfahrungsschatz älterer lernen, profitieren und sich Mentorinnen suchen könnten.

Auch sie spricht von geschlechtsspezifischen Unterschieden beim netzwerken. Ihre Beobachtung: Frauen nähmen nicht gerne Hilfe in Anspruch und hätten einen sehr ausgeprägten Anspruch „es alleine schaffen zu müssen“ oder „aufgrund ihres Könnens entdeckt zu werden“.

Natürlich wird auch über die Frauenquote und Frauen in Führungspositionen gesprochen. Was Tina Groll in dieser Sache problematisch findet?

Frauen, die durch die Quote in hohe Managementpositionen gekommen sind, erleben großen Widerstand aus dem mittleren Management. Es ist sehr schwer, fast unmöglich, sich so lange in einer solchen Führungsposition zu halten.

Und was wünschten sich die beiden für die Zukunft von Frauen und Frauennetzwerken?

Für Marlies Hesse ist ganz klar:

Ich wünsche mir, dass sich ältere Frauen wie ich nach beenden ihrer Berufslaufbahn nicht zurücklehnen und denken, jetzt seien nur noch Kreuzfahrten angesagt!

Sondern? Das ist wohl das Fazit aller Generationen auf dem Podium: Schafft Euch Räume, werdet sichtbar und unterstützt Euch gegenseitig, egal in welcher Position oder in welchem Alter.

Das war ein schönes Fazit und ein interessanter Abend – Wir freuen uns sehr auf den nächsten BÄM! Talk im Solution Space im März!

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