Startup Grind Cologne mit Nicolas Lecloux von true fruits

Ein voller Börsensaal und 120 Smoothies auf der Bühne – Der Startup Grind Cologne mit Nicolas Lecloux von true fruits

Ihr kennt sie alle – true fruits gehört zu den beliebtesten Fruchtsaftgetränken in Deutschland. Die kleinen Smoothie Flaschen haben ihren Bekanntheitsgrad nicht nur durch ihren leckeren Geschmack, sondern auch durch ihr recht eigenwilliges Marketing und Community Management.

So zog es also viele in den Börsensaal der IHK. Nicht nur die üblichen Verdächtigen, die man auf vielen Entrepreneurs und Startup Events so trifft, sondern auch viele andere Gesichter und Studenten der Universität zu Köln, die im Rahmen ihrer Ringvorlesung „StartUp! Vom Campus zum eigenen Unternehmen an der Uni Köln“ im Publikum saßen.

Und so begann ein wirklich amüsanter Abend, moderiert von Startup Grind Cologne Organisator und Rausgegangen.de Mitgründer Tim Betzin, angefangen mit einem kurzen Streifzug durch die Gründungsgeschichte der Bonner Smoothie Champions.

 

Angefangen hatte alles im Jahr 2005 in Schottland, wo Nicolas´ zwei Mitgründer Inga und Marco ein Auslandssemester machten.

Zwischen durchzechten Nächten, regennassen Ausflügen in die Highlands und unverständlichen Vorlesungen entdecken sie Smoothies. Der Speiseplan – bis dahin bestehend aus Toast, Bacon und Burger – wird sofort um Smoothies ergänzt. (Homepage true fruits)

Nicolas, der die zwei dort besuchte, war sofort angetan und überzeugt. Zurück in Deutschland sprachen die drei BWL Studenten mit Professoren und begannen, aus ihrer Idee ein Praxisprojekt im Rahmen ihres Studiums zu machen, um sie so dem Praxistest zu unterziehen.

So kamen sie mit Biologen und Chemikern ihrer Uni zusammen und begannen mit ihren ersten Smoothie Rezepturen, ohne wirklich Ahnung von der Lebensmittel- oder Fruchtsaftindustrie zu haben.

Smoothies waren damals noch Neuland auf dem deutschen Markt, maximal frisch gepresste Säfte waren dem deutschen Gaumen vergönnt. Und die ersten Tipps, die die drei bei ihrer Suche nach Tipps und Unterstützung bekamen, waren aus Sicht heutiger Konsumenten doch recht abenteuerlich:

  1. Nehmt Plastikflaschen! 2. Nehmt Konzentrat! 3. Macht es auf keinen Fall selbst!

Wie gut, dass sie diese Tipps nicht beherzigt haben, denn die Marke true fruits ist heute das genaue Gegenteil und auch genau aus diesem Grund so beliebt.

Als sie im Laufe des Jahres 2006, die true fruits GmbH war bereits gegründet, dann mit ihren Prototypen auf Akquise gingen, war die Skepsis zum Teil noch recht groß.

Herr Knauf, die Flasche ist geil. Aber ich kenne sie nicht, Sie machen das vermutlich zu Hause in der Badewanne. (Lekkerland)

Nun ja, gemixte Früchte waren damals auch für Investoren nicht gerade das heißeste Produkt der Wahl.

Es war damals leichter, vier Millionen für ein Hightech Produkt zu bekommen, als 100.000€ für Fruchtsaft.

Wie das Gründungsteam Investoren und Produktmanager von Supermarkt- und Tankstellenketten letztlich von sich überzeugten? Mit guten Produkten, die dadurch bestechen, dass sie eben nicht von der Industrie, sondern von Konsumenten selbst entwickelt worden sind. Das ist es auch, was sie von anderen Produkten ähnlicher Art unterscheidet.

Das führte auch dazu, dass true fruits eigentlich von Beginn an wenig Geld für Werbung ausgegeben habt, was überzeugen sollte, was das „ehrliche Produkt“. Wer jetzt sofort an die legendären Hashtags („Grünkohl schmeckt auch #OHNEMETT“) und Texte auf den Flaschen denkt, fragt sich wahrscheinlich, welche Agentur dahinter steckt. Aber auch da überrascht Nic alle, die wahrscheinlich schon heimlich auf Jung von Matt, oder ähnliche Karäter spekuliert haben: keine Agentur.

Kommunikation und Marketing macht das Team komplett selbst und ist damit auch ziemlich erfolgreich.

Genauso wie mit ihrem Community Management. Denn natürlich hat kein erfolgreiches Unternehmen nur Fans und Freunde. Wer bei true fruits in den Social Media Kanälen pöbelt, wird allerdings nicht mit Samthandschuhen angefasst.

Natürlich wird nie jemand beschimpft, oder angepöbelt. Aber wir halten alle unsere Mitarbeiter an, ehrlich zu antworten und sich ebenfalls nicht anpöbeln oder beschimpfen zu lassen und leben das auch selbst vor. Das trifft ja auch bei uns Menschen.

Das lässt auch schon vermuten, wie das Thema Mitarbeiter und Unternehmenskultur im Hause true fruits angegangen wird. Familiär ist es, erzählt Lecloux.

Wir haben das Glück, klein sein zu können und mit 20 Leuten in Bonn zu sitzen, die sich alle lieb haben.

Und ganz zentral für ihn zum Thema Team:

Es ist wichtiger, dass Leute in´s Team passen, als dass sie tolle Unis besucht haben.

Das klingt großartig? Oh ja, das finden wir auch und gerade letzteres kann vermutlich jeder bestätigen, der je in einem Team überschaubarer Größe gearbeitet hat – oder in jedem anderen funktionierenden Team.

Natürlich hat Nic auch noch seine wichtigsten Learnings bei der Gründung all denjenigen mitgegeben, die noch hadern, oder sich gerade selbst noch im Prozess der Gründung befinden.

1. Sich nicht zu fein sein, zu fragen, wenn man etwas nicht weiß.

Wichtig dabei ist nur: Wenn man Antworten bekommt, muss man die guten vom Bullshit unterscheiden können.

2. Hartnäckigkeit – Auf jeden Fall dranbleiben!

Besonders dann, wenn es schwierig wird, denn das ist der Zeitpunkt, an dem 90% aller anderen aufgeben.

Danke für einen wirklich unterhaltsamen und lehrreichen Abend – wir hatten viel Spaß und trinken den Grünen jetzt mit Sicherheit noch lieber, als wir es vorher schon getan haben! 😀

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