Crowdfunding Kampagne von Rausgegangen – Tim Betzin im Interview

Wo schaut man nach, wenn man ausgewählte Tipps für coole Veranstaltungen in Köln sucht? Knapp 70.000 Follower tun das bei Rausgegangen!

Jetzt läuft die erste Crowdfunding Kampagne der Plattform auf Startnext, um die Community auf andere deutsche Städte zu erweitern. Wie Rausgegangen entstanden ist und warum es sich lohnt, dafür zu spenden, hat uns Tim Betzin, einer der Gründer der Plattform, in einem Interview erzählt.

Solution Space: Hi, Tim! Du bist einer der Gründer von Rausgegangen. Allerdings ist das ja nicht dein erstes Projekt und aus einem vorherigen entstanden. Wie kam es dazu?

Tim: Genau! Das vorherige Projekt hieß Bubble it! Für Bubble it! haben wir eine eigene Kartentechnologie entwickelt und wollten auf einer Karte live zeigen, was um einen rum passiert, was kann man erleben. Also auch schon mit einer ähnlichen Idee dahinter. Da ging es viel um User Generated Content, sprich: da konnten Leute Videos oder Kommentare auf dieser Plattform posten und kommentieren und man konnte sehen, wie andere Laute darauf reagieren und wie die Bubble größer oder kleiner wird, oder auch wieder verschwindet.

Das hing allerdings sehr krass an Nutzerwachstum und sehr aktiven Nutzern und war dadurch ein sehr schweres Ding. Wir haben das auch gelauncht, aber haben letztlich daraus unsere Lehren gezogen und daraus vier verschiedene andere Produkte entwickelt, mit einem sehr viel fokussierteren Ansatz.

Was wir dabei gemerkt haben, ist, dass die Leute vor allem interessiert, was in der Zukunft passiert, was sie erleben können, also interessiert sind an einer Inspirationsplattform.

Solution Space: Daraus ist dann unter anderem auch Rausgegangen entstanden. Wie habt ihr angefangen?

Tim: Wir sind dann im Mai 2015 mit einem Test gestartet, tatsächlich erstmal einfach mit einem Email Newsletter an 30 Leute, in dem wir 4 Ideen rausgesucht haben: Was kann man heute spannendes unternehmen?

Bei der Recherche dafür haben wir gemerkt, dass die Informationen eigentlich fast nie gut aufbereitet sind. Man findet Veranstaltungen dann irgendwo in einem Listing, wo ungefiltert einfach alles drin ist. Meistens fehlt dann da ein direkter Link zu einem guten YouTube Video, oder direkt zum Ticketing, usw..

Was man also eigentlich bräuchte, wäre eine gute Zusammenfassung: Hier sind meine Tipps für heute, diese Veranstaltungen finde ich cool und wirklich alle relevanten Informationen und weiterführende Links sind direkt dabei.

Solution Space: Gestartet habt ihr also mit einem 30-Mann Newsletter. Wie ging es danach weiter?

Tim: Dann haben wir über Mailchimp erstmal eine einfache Landingpage gebaut, auf der man sich anfangs nur für den Newsletter anmelden konnte. Da stand tatsächlich nur drüber „Rausgegangen Newsletter“, man konnte seinen Namen und seine Email Adresse eintragen. That´s it. Mehr Informationen waren da nicht drauf und da haben sich tatsächlich Leute angemeldet.

Das war der Moment, in dem wir gemerkt haben, dass es da scheinbar wirklichen Bedarf bei Leuten gibt. Das haben wir dann erstmal 30 Tage auf Mailchimp getestet, also verschiedene Designs, verschiedene Buttons, einfach um erstmal die Klicks zu testen.

Dann haben wir den Juni dafür genutzt, ein Customized Template für Mailchimp zu bauen, aus dem wir dann auch App und Website gespeist haben. Mailchimp war also quasi unser Content Management System.

Dadurch, dass das relativ einfach und schnell ging, konnten wir innerhalb eines Monats dann auch starten. Am 09. Juli 2015 sind wir offiziell „neu“ gestartet, mit der Website, Email, Android und IOS App und Facebook.

Solution Space: Auf Facebook seid ihr ja in relativ kurzer Zeit sehr erfolgreich unterwegs, ihr habt über 69.000 Follower auf Eurer Hauptseite. Dort seid ihr ja auch bereits für andere Städte als Köln unterwegs, richtig?

Tim: Ja, genau. Wir haben gemerkt, dass Facebook für uns der unaufwendigere Teil ist. Die wirkliche, auch manuelle Arbeit liegt in der Aufbereitung der entsprechenden Unterseiten, Texte zu schreiben, usw.. Deshalb gehen wir jetzt erstmal über Facebook in andere Städte und wollen dann im zweiten Schritt die Ressourcen freimachen, bzw. teilweise auch erst schaffen, um in die anderen Städte dann auch richtig zu gehen. Dafür crowdfunden wir jetzt.

Solution Space: Wie kommen die Veranstaltungen auf Eure Plattform? Recherchiert ihr komplett selbst?

Tim: Eigentlich ist es simpel: Auf die Seite kommt, was uns am meisten begeistert. Das besteht zum einen aus unserer Eigenrecherche und zum anderen kommen auch Veranstalter selbst auf uns zu. Wir haben einen Kalender, in den wir alles eintragen, was uns zugeschickt wird und anschließend wird meist nach 4-Augen-Prinzip ausgewählt. Dabei ist dann eine gute Mischung wichtig, da wir ja ein breites Publikum und Genre übergreifend inspirieren wollen.

Solution Space: Okay und können sich Veranstalter bei Euch auch „einkaufen“, oder wie finanziert ihr Euch?

Tim: Also uns ist es wichtig, nachhaltig zu wachsen und dabei auch die Seele des Unternehmens nicht zu verkaufen, nämlich die Unabhängigkeit. Veranstalter können sich also nicht einkaufen, denn uns macht ja aus, dass wir unabhängig und authentisch sind.

Was wir zusätzlich haben, ist die sogenannte Page 5, also Tipps für z.B. Shops, oder ähnliches, die sind dann bezahlt. Aber auch da schauen wir, dass wir ein Netzwerk von Läden aufbauen, die auch zu uns passen, in diesem Sinne kann man sich auch da nicht wirklich einfach „einbuchen“.

Dann haben wir das sogenannte Tagessponsoring, da gibt es dann auf der Startseite ein Banner für die jeweiligen Sponsoren, die uns unterstützen. Congstar macht das z.B. jeden Sonntag. Die sind tatsächlich auf uns zugekommen, weil sie die Kulturszene in Köln unterstützen wollen und uns als Multiplikator.

Davon können wir uns natürlich noch nicht komplett finanzieren. Wir haben von Anfang an noch nebenher gearbeitet und hatten von August bis Januar noch eine europäische Förderung, was uns extrem geholfen hat.

Jetzt haben wir uns für eine Crowdfunding Kampagne entschieden, um mit der Community weiter zu wachsen.

Solution Space: Möchtest Du noch etwas mit auf den Weg geben, einen letzten Satz warum es sich lohnt, Eure Kampagne zu unterstützen?

Tim: Klar! Wenn man Lust hat, generell die Szene und kreative Projekte zu unterstützen und das nicht nur in Köln – denn der Plan ist ja, durch die Kampagne auch in andere Städte zu wachsen – dann ist das ein cooles Investment, das man zum einen durch coole Erlebnisse und Tipps in Zukunft zurück bekommt und zum anderen haben wir auch schöne Dankeschöns auf der Seite, über die man sich auch kurzfristig freuen kann. Wir freuen uns über jede Unterstützung!

Wir bedanken uns herzlich für das Interview und wünschen dem Team von Rausgegangen viel Erfolg bei ihrer Crowdfunding Kampagne! Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem empfehlen wir das Rausgegangen Crowdfunding Video, in dem ihr auch einen Eindruck von der Community bekommt – viel Spaß beim Spenden! 

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