Shalom Tel Aviv – Der Solution Space zu Gast in Israel

#SLSPgoesTLV war das Motto der letzen Woche – Wir sind ins Tel Aviver Startup Universum geflogen, um das israelische Ökosystem unter die Lupe zu nehmen

Eine wahnsinnig spannende Woche in Tel Aviv geht zu Ende, wir packen unsere Koffer und nehmen mit: Eindrücke, Inspiration und jede Menge Learnings!

Aber von vorne. Die Stadt Köln hat vor einiger Zeit ein Programm ins Leben gerufen, das junge Kölner GründerInnen und Startups dabei unterstützen soll, ihre Fühler gen Israel, genauer gen Tel Aviv auszustrecken. Wie ihr bereits im März auf unserem Blog erfahren konntet, haben Kölner Startups die Möglichkeit, einen temporären Arbeitsplatz im Tel Aviver Innovationcenter SOSA aufzuschlagen und die hiesige Szene kennenzulernen.

Klingt gut, dachten wir uns, aber wo bleibt die Umsetzung? Also veranstalteten wir ein Info Frühstück für alle Interessierten Gründerinnen und Gründer aus Köln um abzuklopfen, wer gerne Teil einer ersten Gruppe sein möchte, um das SOSA und die Startup Szene in Tel Aviv tatsächlich zu besuchen und kennenzulernen.

Heraus kam nicht nur ein sehr gut besuchtes Frühstück mit spannendem Austausch, sondern auch eine Gruppe von neugierigen und motivierten Gründerinnen und Gründern, die sich gemeinsam mit uns, Frank Risse und Roland Berger auf die Reise begeben haben. Die vertretenen Startups und GründerInnen kamen aus den verschiedensten Bereichen, was nicht nur für uns, sondern auch für unsere Partner in Tel Aviv sehr spannend war!

Von einer internationalen Bike-Community Plattform (Wride.it), über Sport- (Puttme), Sportwetten- (sportsbookcloud.com) und Social-Media- (BYND App) Applikationen, bis hin zur Visualisierung von Tech-Content durch Designer (Suse Engel & Kerstin Unger) war alles vertreten.

Das Team vom SOSA hat keine Kosten und Mühen gescheut, ein fantastisches Programm für uns auf die Beine zustellen. So hatten wir nicht nur die Gelegenheit, in spannenden Workshops detaillierte Einblicke in das israelische Startup Ökosystem zu bekommen, wir haben auch am Israel Mobile Summit 2016 teilgenommen und konnten auch die heißesten Spaces der Stadt ganz genau unter die Lupe nehmen. Das Team von Mindspace TLV und der RISE TLV Accelerator von Barcley´s haben uns ihre Pforten geöffnet und ihre großartigen Workspaces gezeigt.

Besonders interessant für alle GründerInnen war aber sicherlich der Besuch bei Pitango Venture Capital, wo Sharon Erde sich die Zeit genommen hat, uns wirklich spannende Insights in die Arbeitsweise und das Netzwerk von israelischen Startups und Investoren zu geben.

Was kann das deutsche vom israelischen Startup Ökosystem lernen?

Nicht erst das Gespräch mit Sharon Erde von Pitango VC hat uns gezeigt, was Deutschland vom zweit größten und wichtigsten Standort für GründerInnen weltweit noch alles lernen kann. Wer vor hat, Zugang zum israelischen Netzwerk zu bekommen, der sollte bestimmte Voraussetzungen unbedingt beherzigen und nicht unterschätzen:

  1. Networking, Networking, Networking

Wer jetzt denkt, dieser erste Punkt sei banal, der sollte nochmal in sich gehen und sich fragen, wie und in welcher Intensität er bisher Zeit in´s Netzwerken gesteckt hat und wieviel Outcome dabei rum kam. Nicht all zu viel? Das liegt möglicherweise daran, dass unter Networking in Deutschland bislang noch eher ein nötiges, aber lästiges Mittel zum Zweck betrachtet wird – nicht aber ein Selbstzweck, der zum Ziel hat, ein echtes, sich gegenseitig befruchtendes Ökosystem mit Synergieeffekten und tatsächlichem Austausch und gegenseitiger Unterstützung zu schaffen.

Letzteres begegnet einem in Tel Aviv. Schnell merkt man hier, in welchem intensiven Austausch hier Startups untereinander stehen, obgleich die Konkurrenz erheblich größer ist, als bislang in Deutschland. Und der Erfolg gibt ihnen Recht – Austausch und Kollaboration sind kein Zeichen von Schwäche oder Hilflosigkeit, sie schaffen neue Perspektiven und Synergien.

2. Support local – go global!

Der erste Punkt ist auch direkte Voraussetzung für den zweiten. Denn ein Grund dafür, dass israelische Startups so erfolgreich in die internationalen Märkte schießen ist der, dass sie guten Support ihrer israelischen Investoren bekommen. Der eigene Markt ist so klein, dass die Business Models hier nie nur auf Israel schielen, sondern immer global gedacht sind. Zwar gibt auch israelischen VCs, die internationale Startups unterstützen, aber der große Teil tut dies frühestens als Growth Capital und setzt seinen Fokus in der Seedfunding Phase auf lokale Startups.

Was ist also zentral, wenn ihr eine Chance auf Zugang zum hiesigen Netzwerk wollt? Richtig, israelische Partner. Nicht nur theoretische Anknüpfungspunkte zum israelischen Markt oder dem lokalen Netzwerk, sondern konkrete Partner und konkrete Zusammenarbeit mit israelischen GründerInnen oder Startups.

3. It takes time

Wer jetzt Punkt 1 und 2 zusammenzählt, der ahnt es bereits: it takes time. Wer erwartet, von städtischen Kooperationen zu profitieren, indem man 1 Woche in Tel Aviv verbringt, mit Investoren oder VCs spricht und mit konkreten Verträgen oder einem Koffer voll Geld wieder fährt, der wird mit enttäuschten Erwartungen wieder nach Hause fahren.

Wer die Mühe nicht scheut, tatsächlich Zeit, Geduld und wirkliches Interesse zu investieren und ehrliche Absichten an einer Zusammenarbeit mit dem israelischen Netzwerk und seiner beeindruckenden Startup Szene mitbringt, für den bieten solche Partnerschaften die fantastische Gelegenheit, zu Beginn eine Anlaufstelle und erste Kontakte serviert zu bekommen.

Danach ist es an jedem, diese Chance zu nutzen und mit tatsächlichem Leben zu füllen.

Wir bedanken uns auf jeden Fall nochmal herzlich bei dem gesamten SOSA Team für eine unvergessliche Zeit, inspirierende Gespräche und großartige Kontakte und versprechen, wir werden auch in Zukunft keine Mühen scheuen, um diese weiter auszubauen. Denn die Chance, in engem Kontakt mit einer so innovativen, kreativen und kollaborativen Szene zustehen und von dessen Knowhow zu lernen, sollte niemand ziehen lassen.

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